Methoden für die Gruppenarbeit

Die 5 besten Feedbackmethoden für die Arbeit mit Gruppen

9. Februar 2016
Wachsmalstifte Buntstifte bunte Farben Kinder malen

In der Arbeit mit Gruppen ist das Feedback enorm wichtig. Nach Seminaren, Spielen, Methodeneinheiten oder am Ende einer Ferienfreizeit ist es für die Gruppenleitung essentiell zu erfahren, wie sich die TeilnehmerInnen gefühlt haben und welche Dinge einer Verbesserung bedürfen. Auch für die Gruppe kann ein gegenseitiges Feedback untereinander äußerst hilfreich sein.

Für die TeilnehmerInnen wiederum ist es oft ungewohnt, klare und konstruktive Rückmeldungen zu geben und zu erhalten. Insbesondere Kritik wird schnell als fehlerorientiert, einseitig und persönlich verletzend wahrgenommen. Wir zeigen dir heute fünf Feedbackmethoden, bei denen es viel mehr darum geht, sich seiner eigenen Stärken bewusst zu werden, die Gruppenbeziehungen zu klären und zu festigen und die eigenen Schwächen sowie die Schwächen anderer besser zu verstehen. – Konstruktives Feedback in diesem Sinne wirkt nicht herablassend, sondern ermutigend, starkmachend und es schafft Vertrauen und Offenheit.

 Feedbackmethoden richtig anwenden

Egal, welche Methode du anwendest, folgende Punkte solltest du unbedingt beachten:

  • Feedback soll weder einseitig positiv noch fehlerorientiert sein.
  • Es soll echt sein – nicht etwa besonders schmeichelnd oder gar heuchelnd.
  • Die Rückmeldungen sollen nicht moralisch, sondern individuell-persönlich sein.
  • Das Feedback soll sich auf eigene Wahrnehmungen beziehen und nicht auf Vermutungen oder Interpretationen.
  • Während jemand seine Rückmeldungen gibt, unterbricht ihn niemand.
  • Gesagtes wird nicht kommentiert.

Feedbackmethode Plus Minus Koffer

Unsere fünf besten Feedbackmethoden

Drehkreis

Die Gruppe bildet einen Stuhlkreis, jede(r) sitzt auf einem Stuhl. Bevor das Feedback beginnt, werden drei Stühle im gleichen Abstand (z. B. bei insgesamt zwölf Stühlen jeder vierte) mit einem Blatt Papier versehen, das jeweils mit einem Plus, Minus oder einem Koffer bemalt ist.

Dir drei Personen, die auf einem markierten Stuhl sitzen, fangen nun an, ihre Rückmeldungen zu geben. Es beginnt die Person, die sich auf dem Plus-Stuhl befindet. Als nächstes ist die Person auf dem Minus-Stuhl, zuletzt die auf dem Koffer-Stuhl an der Reihe.

Plus: Was mir gut gefallen hat …
Minus: Was mir nicht gefallen hat / was besser hätte sein können …
Koffer: Was ich mit (nach Hause) nehme / was mich noch beschäftigt …

Haben alle drei Personen gesprochen, dreht sich der gesamte Stuhlkreis: alle stehen auf uns rutschen einen Stuhl weiter. Es Sitten neue TeilnehmerInnen auf den drei Stühlen, die nun nacheinander sprechen dürfen. Die Runde ist beendet, wenn jeder auf allen drei Stühlen saß und sein Feedback abgeben konnte.

→ Bei dieser Feedbackmethode sind die Rückmeldungen in drei Teile aufgeteilt. So bleibt alle mehr Zeit zum Nachdenken zwischen den einzelnen Schwerpunkten.

Zielscheibe

Auf ein großes Blatt (z. B. Flipchart-Papier) wird eine Zielscheibe mit einem Mittelpunkt und einigen Wertigkeitsringen gezeichnet. Außerdem wird die Zielscheibe in Segmente („Tortenstücke“) eingeteilt, die jeweils für einen auszuwertenden Bereich stehen. Diese Bereiche können sein:

  • Verpflegung
  • Haus und Gelände
  • Stimmung in der Gruppe
  • Inhalt und Programm
  • Methoden
  • Leitung
  • Umgangston
  • Freizeiten & Pausen
  • … u.ä.

ZIELSCHEIBE Feedback methode gruppenarbeit juleica

Jede(r) TeilnehmerIn bekommt Klebepunkte, für jeden abzufragenden Bereich einen. Nun haben alle die Möglichkeit jeden Bereich zu bewerten, indem sie ihre Punkte auf die Zielscheibe kleben. Die Wertigkeit geht von Innen nach Außen. Innen steht für „sehr gut / unverbesserlich / klasse / sehr schön“ und Außen für „schlecht / voll daneben / total langweilig / das Allerletzte“.

→ Du kannst diese Methode sehr gut als ’stilles Feedback‘ nutzen, kannst sie aber auch in einem kurzen Kreisgespräch auswerten. Jede(r) könnte dann zu jedem Bereich einen Satz sagen und seine Bewertung damit begründen.

Fünf-Finger-Feedback

Auf ein Plakat wird eine große Hand gemalt. Zu den fünf Fingern werden die jeweiligen Bedeutungen geschrieben:

Daumen: Das war super…
Zeigefinger: Darauf möchte ich hinweisen…
Mittelfinger: Das war nicht so gut…
Ringfiner: Das ist mein besonderes Schmuckstück…
Kleiner Finger: Das ist mir zu kurz gekommen…

Die Bedeutungen der Finger werden kurz an der eigenen Hand erklärt und dann dürfen alle reihum etwas zu ihren Fingern sagen.

→ Sollte jemand zu einem Finger nichts sagen können oder wollen, ist das natürlich völlig okay!

Blume und Stein

Die TeilnehmerInnen setzen sich in einen Kreis und in der ersten Runde geht ein Stein herum. – Die Person, die den Stein in der Hand hält, erzählt etwas zu diesen Fragen: Was war schwer für mich? Was lag oder liegt mir wie ein Stein im Magen? Was hat mir nicht so gut gefallen?

War jede(r) an der Reihe, geht eine Blume im Kreis herum. – Die Person, die die Blume in den Händen hält, antwortet auf folgende Impulsfragen: Was war schön? Was hat mir gut gefallen? Woran werde ich noch lange und gern zurückdenken?

Impulsplakate

Im Raum werden fünf bis zehn große Papierbögen aufgehängt. Auf jedem Bogen steht ein Impuls, der die TeilnehmerInnen zum Schreiben oder Zeichnen einlädt.

Beispiele für Impulse:

  • Es wäre mir lieber gewesen, wenn …
  • Es hat mir gefallen, obwohl …
  • Am wichtigsten war für mich …
  • In der Gruppe habe ich mich gefühlt wie …
  • Die Gruppenleitung …
  • Mein Symbol für diese Zeit ist …
  • Wenn ich nach Hause komme, werde ich erst einmal …
  • Möglichst bald vergessen werde ich …
  • Mir hat am besten gefallen, dass …
  • So richtig toll fand ich …
  • Mein Spruch zum Tag …
  • Das wird mir lange in Erinnerung bleiben …
  • Gefehlt hat mir …
  • … u.ä.

Die Teilnehmer bekommen Stifte und ausreichend Zeit, um etwas auf die Plakate zu malen oder zu schreiben.


Wir wünschen dir viel Spaß mit diesen Feedbackmethoden!
Hast auch du noch Vorschläge oder Ideen für die Arbeit mit Gruppen?
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3 Kommentare

  • Antworten Bettina Geschrieben am 10. März 2016 um 18:49

    Sehr toller und interessanter Artikel.
    Die Stichpunkte dazu, wie ein Feedback sein soll, finde ich sehr treffend,

  • Antworten Jackie Geschrieben am 20. März 2016 um 09:01

    Sehr schöne Methoden, an aussagekräftiges Feedback zu gelangen. Vor allem die „Zielscheibe“ finde ich gut, da man das Feedback hier noch besser einordnen kann. ;)

    Liebe Grüße

  • Antworten Salvia von Liebstöckelschuh Geschrieben am 12. April 2016 um 07:55

    Sehr interessant, mit welchem Ansatz man Feedback einholen kann. Könnte ich mir auch sehr gut in der Erwachsenenbildung vorstellen. Meine Trainings wurden eben immer nur mit einem langweiligen Feedbackbogen bewertet, dem ein Schulnoten ähnliches System zugrunde lag. Wenn das jeweilige Institut kreativ ausgerichtet war, dann wurden aus den numerischen Bewertungsskalen welche mit Smileys…
    LG
    Salvia von Liebstöckelschuh

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