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#FamilyHACKS: Konsequenz.

24. September 2015
© S.Kobold / Fotolia.de

Wo viele Menschen zusammenleben, da Bedarf es klaren Regeln. Man kann sie streng formulieren und auf einem Wandplakat festhalten, man kann sie aber auch lieb und nett in angenehmer Runde besprechen. Egal wie ihr es haltet, eines ist in beiden Fällen wichtig: Konsequenz. Regeln sind nicht da, um gebrochen zu werden, sie sind da, um unser Zusammenleben zu ordnen und für alle so angenehm wie möglich zu gestalten. Bei unseren Einsätzen kommen wir um klare Regeln nicht herum und auch in Familien sind sie unabdingbar.

Kinder müssen von Anfang an lernen, dass ein Zusammenleben in bestimmter Art und Weise geregelt werden muss. Damit dies klappen kann, müssen aber auch Mama & Papa – oder in unserem Fall Ehrenamtliche – bestimmte Dinge beachten. In unserer Serie #FamilyHACKS geben wir Tipps für ein stressfreies Zusammenleben mit Kindern. „Hacks“ [sprich: häcks] sind Tipps & Tricks, die uns bestimmte Lebenssituationen erleichtern. Heute dreht sich dabei alles um das Thema ‚Konsequenz‘.

Family Hacks, Erziehungstipps, Tipps für Eltern, Erziehung

Eine goldene Regel für Eltern, aber auch für Pädagogen im Umgang mit Kindern lautet: Sei verlässlich! Kinder brauchen Sicherheit, wozu natürlich auch die Verlässlichkeit gehört. Klar, im Alltag geht es oft stressig zu und da kann das versprochene Eis am Nachmittag oder der Besuch im Zoo schon Mal in Vergessenheit geraten. – Sollte es aber nicht!

Verlässlichkeit ist ein elementarer Baustein im Zusammenleben von Menschen. Kinder bauen beispielsweise auf bestimmte Verhaltensmuster der Eltern: Umarmt das Kind die Mama, umarmt diese es auch. Hat sich das Kind verletzt, versorgt Papa die Wunde mit einem Pflaster. Sagt Mama, dass sie das Kind nach der Arbeit von Kindergarten abholen wird, so wird sie es auch machen. Doch nicht nur Verhaltensmuster geben dem Kind Stabilität, auch unsere Versprechen sorgen dafür. Versprichst du einem Kind, dass ihr am Nachmittag ein leckeres Eis in der Stadt essen geht, dann macht das auch. Versprichst du einem Kind, dass am Wochenende endlich der neue Baby-Elefant im Zoo besucht wird, dann halte dich auch daran. Stell dir vor, dein Vorgesetzter verspricht dir endlich mehr Lohn, will sich aber plötzlich nicht mehr daran halten. – Wie würdest du dich fühlen? Zurückgesetzt. Vor den Kopf gestoßen. So geht es auch den Kindern und für eine Kinderseele ist der Schmerz oft noch viel größer.

Gesagt ist gesagt… oder?

Klar, wenn es am Wochenende plötzlich wie aus Eimern gießt, macht eine Unternehmung an der frischen Luft meistens nicht so viel Spaß. Getreu dem Motto „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“, darf beispielsweise der Zoobesuch auch mal verschoben werden. Aber auch hier gilt: Sei verlässlich und lege so schnell wie möglich einen Ersatztermin fest!

Ratz Platz 2014 - Nach der Wasserschlacht

Das Einhalten von Versprechen und Ankündigungen hat ganz nebenbei einen super Nebeneffekt: Das Kind lernt dir zu vertrauen. Es baut auf dich. Es versteht, dass du wie eine Bank für das Kind bist, die Halt gibt und den Rücken stärkt.

Doch zur gesunden, notwendigen Konsequenz  gehört auch das tatsächliche Vollziehen angekündigter Konsequenzen.

Kinder sind in ihrer Rolle leider damit belastet, das Leben und all seine Regeln und Normen erst zu lernen. Wenn Mama sagt, dass das Kind bei einem Gespräch zwischen Erwachsenen nicht ständig dazwischen schreien soll, dann muss das Kind dies genauso erst lernen, wie das selbstständige Aufräumen der Spielsachen nach deren Benutzung. Dinge wie diese sind nicht selten mit Geschrei und Zickerei verbunden. Unsere Kleinen haben einen eigenen Kopf, genauso wie wir. Beide harmonieren nicht immer miteinander, doch das ist völlig normal. Auch wenn die Eltern am längeren Hebel sitzen, sollten sie mit diesem verantwortungsvoll umgehen. Drohungen wie „Du räumst jetzt sofort dein Zimmer auf, sonst gehst du heute Abend ohne Abendbrot in’s Bett!“ oder „Wenn du noch einmal fragst, wann wir da sind, dann setze ich dich aus!“ sind vollkommen sinnlos und auch untragbar. Dennoch werden sie öfter ausgesprochen, als uns allen lieb ist. Oft ist es aber nicht mangelnde Liebe, die da aus den Menschen spricht, sondern vielmehr pure Überforderung. – Auch Konsequenz will gelernt sein!

Besser ist es, dem Kind aufzuzeigen, welche Konsequenzen das eigene Handeln nach sich zieht. Soll das Kind erst das Zimmer aufräumen, dann könntest du beispielsweise sagen: „Du hast mit dem Spielzeug gespielt, also räumst du es bitte auch wieder weg.  Ich empfehle dir, dies schnell zu tun, denn bevor du raus darfst, muss dies erledigt werden. Je länger du wartest, desto weniger Zeit hast du draußen zum Spielen.“ – Bevor etwas angekündigt wird, sollte also genau überlegt werden, wie das Gesagte auch tatsächlich durchgezogen werden kann. Schmeißen wir nur mit leeren, undurchsetzbaren Phrasen um uns, merkt das Kind dies schnell und wir verlieren an Glaubwürdigkeit.  Ist diese erst einmal verspielt, wird es schwer, sie wieder zurückzubekommen.


Konsequenz-Tipp: 'Mein Kind ist ständig am Betteln und Diskutieren. Was kann ich tun?'

Fast jeder kennt Situationen wie diese: Man steht mit dem Einkaufswagen in der „Quengelzone“ am Kassenband und das liebe Kind beginnt zu betteln was das Zeug hält: „Ich will ein Überraschungsei! Bitte, Mama!“ oder auf dem Stadtfest: „Ich möchte mit dem Kettenkarussell und mit dem Autoscooter fahren! Und danach mit dem Riesenrad und der Berg- und Talbahn! Bitte, Papa!“

In Situationen wie diesen ist es hilfreich, sich dem „Entweder… oder…“-Trick zu bedienen. Dieser kann die Bettelei drastisch verringern.

„Entweder du fährst mit diesem Karussell ein zweites Mal, oder suchst dir noch ein anderes Karussell aus. Aber mit allen zu fahren, ist zu teuer. Du hast die Wahl!“ oder: „So viele Süßigkeiten einzukaufen ist zu ungesund. Du hast dir vorhin das Eis ausgesucht. – Entweder du nimmst das Eis oder das Überraschungsei. – Du hast die Wahl!“

Dem Kind gebt ihr ein Gefühl von Mitbestimmung. Es denkt, es sei seines eigenen Glückes Schmied. Ein Trick, den es sich lohnt auszuprobieren.


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Titelbild: © S.Kobold / fotolia.com

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1 Kommentar

  • Antworten Jessi Geschrieben am 29. November 2015 um 11:43

    Ein sehr schöner Beitrag, danke dafür. Als Trainerin für Kinder und Jugendliche habe ich auch häufig mit dem Thema Konsequenzen zu tun. Diese dann wirklich umzusetzen kann manchmal echt Nerven kosten und ganz schön bitter sein für die Kinder, aber meine Glaubwürdigkeit darf ich nicht opfern. Und meine Tochter fällt mit ihren 1,5 Jahren langsam auch in die „ich muss jetzt konsequent sein“.Kategorie ;)

    Liebste Grüße,
    Jessi

    PS: Ich liebe euren Blog. Ein wundervolles Konzept!

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